Häusersystem Porphyrius in Megastar 8
Buch Gottfried Briemle: Porphyrius
Das Buch von Gottfried Briemle: Porphyrius – das astrologisch stimmigste Häusersystem
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Leseprobe von der Homepage von www.astronova.de:
Vorwort und Problem-Anriß
Keine, auf wissenschaftliches Arbeiten pochende Forschungsdisziplin ist so zerstritten, wie die der Astrologie. Einigkeit herrscht lediglich über die Ekliptik als die scheinbare jährliche Sonnenbahn am Himmel. Aber schon über die richtige Unterteilung in 12 Abschnitte (Tierkreise) gibt es zwei Auffassungen: Die östliche Einteilung nach den 12 unterschiedlich breiten Sternbildern (= siderischer Tierkreis) und die westliche Einteilung nach den 12 gleich breiten Sternzeichen und damit nach dem Frühlingspunkt (= künstlicher oder tropischer Tierkreis). Ferner ist die, den Tierkreiszeichen entsprechende Unterteilung in ”Erdraumfelder” oder ”Häuser” strittig, wobei es weltweit inzwischen aber schon 25 verschiedene Aufteilungssysteme gibt. Und schließlich scheiden sich die Geister bei der Frage, wie deterministisch sich die Qualität des Geburtszeitpunktes auf das Wesen des Menschen auswirkt, oder anders gesagt, ob es ein Schicksal gibt oder nicht. Diesbezüglich kann sich der Astrologe heutzutage mit einer psychologischen, einer esoterischen und einer deterministischen Astrologie identifizieren. Ich selbst zähle mich als religiöser Mensch und Gottsucher entsprechend meinem Geburtsbild zur theosophisch orientierten esoterischen Astrologie, die man auch als ”spirituell” bezeichnen kann. Was das Reizwort ”Schicksal” anlangt, verwende ich es in der ursprünglichen (altdeutschen) Form, nämlich als ”geschicktes Heil” für die Seelenentwicklung. Das heißt, es gibt weder ”gutes” noch ”schlechtes” Schicksal, sondern lediglich ein ”zweckmäßiges” im Sinne des Strebens der Seele nach göttlicher Vollkommenheit.
Als ich im Jahre 1994 zum ersten mal mit der Astrologie in Berührung kam, war ich sowohl fasziniert wie auch frustriert. Fasziniert hat mich die Tatsache, dass der Mensch sein Wesen und seinen Charakter nicht etwa von seinen Eltern geerbt, sondern von der Zeitqualität der Geburtsminute erhalten hat. Dies hatte ich zwar stets vermutet, doch Hinweise darauf in der exoterisch-wissenschaftlichen Literatur nirgends gefunden. Frustriert war ich aber darüber, wie uneins sich die Astrologen dem Rest der Welt präsentieren. Als Naturwissenschaftler und Ökologe und jemand, der seit Kindesbeinen an die göttliche Wahrheit aus der Vernetztheit der Natur herauszufiltern suchte, wunderte ich mich darüber, wie wenig systematisch die Astrologen methodisch vorgehen. Dabei handelt es sich bei dieser Materie um strenge, kosmische und damit metaphysische Gesetze, die es nach dem Analogieprinzip eines HERMES TRISMEGISTOS zu durchschauen und deuten gilt (SCHULT, 1986). Besonders störte ich mich, dass ausgerechnet bei der für das individuelle Charakterbild so immens wichtigen Häuserfrage das astrologische Analogieprinzip verlassen und nach astronomischer bzw. trigonometrischer Methode gerechnet wird. Inzwischen soll es weltweit nicht weniger als 25 verschiedene Häusersystem geben, wovon die bekanntesten Schulen und die professionellen astrologischen EDV-Programme in Europa immer noch etwa 10 davon zur Auswahl anbieten.
Als Anhänger der spirituellen Astrologie arbeitete ich zunächst mit dem ältesten und am meisten nach dem Analogiegrundsatz verfahrenden System, nämlich mit der äqualen Manier nach der Empfehlung von MERTZ (1988). Hierbei fällt bekanntlich die Spitze des 10. Hauses nicht mit dem MC zusammen, sondern letzterer hat lediglich die Funktion eines sensitiven Punktes. Bald mußte ich jedoch erkennen, dass mit der Positionierung des 10. Hauses Planetenstände zustande kamen, die sich mittels konkret formulierter Deutungstexte (z.B. SAKOIAN & ACKER, 1979; BANZHAF & HAEBLER, 1994; ÖHLSCHLEGER, 1996) nicht nachvollziehen ließen. Auch entsprachen die Winkel von Planeten zur Spitze des 10. Hauses nicht dem Charakterbild des Horoskopeigners, was sich erst dann änderte, als ich die Aspekte zum MC als sensitiven Punkt deutete. So kam ich zu den inäqualen Systemen, schwankte aber in der Folgezeit zwischen den beiden populärsten, nämlich Placidus und Koch (GOH) hin und her, wobei die Aufteilung einmal zutraf, ein andermal nicht. Diese höchst unbefriedigende ambivalente Situation veranlaßte mich dann, die plausibelste Häuser-Manier in langwieriger Fleißarbeit systematisch zu ermitteln (siehe Tabellenwerk).
Eine ausführliche Kritik des bislang kontraproduktiv geführten Häuserstreits erfolgte von mir bereits in der Zeitschrift MerCur 3/99, weshalb ich mich hier nicht zu wiederholen brauche. Alle dort zitierten Häuserexperten betonen, dass das richtige Häusersystem nur empirisch gefunden werden könne. ”Man müßte von verläßlichen Geburtszeiten ausgehen und sehr genaue Berechnungen anstellen. Eine wirklich zuverlässige Untersuchung würde die Korrelation von Ereignissen im Leben des Menschen mit Transiten, Direktionen oder Progressionen in bezug auf die Häuserspitzen überprüfen” resümiert beispielsweise SASPORTAS (1987), indem er das Chaos unter den Häusersystemen beklagt. Oder: ”Wir brauchen klare Richtlinien, wenn wir in dieser Frage weiterkommen wollen”, meint HOLDEN (1998) zu diesem Thema. Das heißt aber nichts anderes, als dass man eine genügende Anzahl von Horoskopen untersuchen muß, bei denen die Planeten je nach Häusersystem von einem Haus zum anderen wechseln. – Warum aber die Berufsastrologen noch nie mit einer solch wichtigen, empirischen Grundlagenforschung begannen, ist mir unverständlich. Statt dessen kommen ständig neue Deutungsversuche über den Schwarzen Mond oder bestimmte Asteroiden auf den Markt. Dabei kann heute noch nicht einmal jemand zuverlässig sagen, ob sich beispielsweise der Mars dem Wesen eines Horoskopeigners nach im 5. oder im 6. Haus befinden muß! Angesichts dieser gravierenden Defizite in der Grundlagenforschung kommt es mir vor, als ob sich die Astrologenwelt vergleichsweise schon mit Algebra beschäftigt, ohne das grundlegende Einmaleins zu beherrschen. ARROYO (1991) drückt die allgemeine Notwendigkeit, sich auf das Wesentliche zu beschränken, noch deutlicher aus: ”Wenn sich Astrologen auf Bagatelle konzentrieren, führen sie unsere Wissenschaft in die Trivialität; sie tragen dann selbst dazu bei, dass ihr gesellschaftliches Ansehen noch weiter herabsinkt”. Und der Astro-Publizist SCHUBERT-WELLER (1996) resümiert: ”Der Astrologie ist es bis heute nicht gelungen, ihre ganz praktische Arbeit, nämlich die Individualhoroskopie statistisch bzw. naturwissenschaftlich befriedigend zu verifizieren. Vor allem diejenigen Schulen, die mit Zusatzpunkten oder mit komplizierten Techniken arbeiten, sind von vornherein nicht so leicht zugänglich für eine wissenschaftliche Überprüfung ihrer Methoden”.
Mit der vorliegenden Untersuchung möchte ich einen Anfang machen, die Häuserfrage einmal nicht astronomisch, sondern astrologisch, also über die Deutung anzugehen.
Der Häuserstreit
Der Astrologe Dr. Gottfried Briemle hat sich die Mühe gemacht, hier einmal eine Untersuchung vorzunehmen. Ausgehend von der Tatsache, dass bei gleichen Geburtsdaten bei verschiedenen Häusersystemen manche Planetenstände in verschiedene Häuser fallen, hat er 21 Horoskope aus seinem Bekanntenkreis analysiert. Es sollte eigentlich ein leichtes sein, aufgrund des Charakters festzustellen, ob jemand zum Beispiel den Mars in fünf oder in sechs hat. Sonne in neun oder Sonne in zehn sollte eigentlich auch einen strategischen Persönlichkeitsunterschied ausmachen. In seinem Buch „Das richtige Häusersystem aus astrologischer Sicht“ hat er die gängigsten Systeme untersucht und kam zu folgender Reihenfolge in der Stimmigkeit:
Porphyrius 94%
Koch 72 %
Topozentrik 58%
Äqual 54 %
Placidus 52 %
Campanus 46 %
Regiomontanus 42 %
Auf seiner Homepage können Sie näheres erfahren.




